Reserve - Offizier - Gemeinschaft Oldenburg

Presse

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Zeitung / Herausgeber: Loyal - Magazin für Sicherheitspolitik Nr. 7, August 2008
Datum: 08.07.2008

Wieder einmal gab es einen interessan­ten Vortragsabend in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit der Kreisgruppe Wil­helmshaven, der Reserve-Offizier-Gemein­schaft Oldenburg und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik Sektion OL im Oldenburger Kulturzentrum PFL.

Am 22. Mai 2008 hielt Marianne Birthler, Bundes­beauftragte für die Unterlagen des Staatssi­cherheitsdienstes der ehemaligen Deut­schen Demokratischen Republik (BStU), ei­nen Vortrag über Erfahrungen und Er­kenntnisse aus der Arbeit ihrer Behörde. Er­schienen war ein breit gefächertes Publi­kum aus allen Altersschichten, über 150 Personen wollten sich über dieses Thema informieren.

Marianne Birthler stammt selber aus der ehemaligen DDR, war dort seit 1986 aktiv in verschiedenen Oppositionsgruppen tä­tig und ab 1990 Mitglied der Volkskammer bis zur Auflösung des Parlaments. Am 29. September 2000 wurde sie mit überzeugen­der Mehrheit zur Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdiens­tes (Stasi) der ehemaligen DDR gewählt.

Trotz der Aktenvernichtung durch die Stasi lagern insgesamt rund 112 Kilometer Schriftgut in den Archiven der BStU. Jeder Mensch hat das Recht, die Stasi-Unterlagen einzusehen, die die eigene Person betref­fen. Bei der BStU beschäftigen sich derzeit 1.800 Mitarbeiter mit der Auswertung der Akten und die Wiederherstellung von "vor­vernichteten" Akten, von denen noch 16.000 Plastikbeutel auf die Rekonstrukti­on warten. Die BStU bearbeitet die Anträge von Privatpersonen auf Akteneinsicht und stellt die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung, wobei die Persönlichkeitsrech­te Betroffener zu schützen sind.

Sie prüft Akten im öffentlichen Inte­resse auf Anfrage von Äm­tern und Dienststellen, ob Personen, die jetzt Spitzen­positionen in Politik, Sport und Verwaltung innehaben, hauptamtlich oder inoffizi­ell für die Stasi tätig gewesen sind. Außerdem werden Ak­ten wissenschaftlich für die historisch-politische Bil­dung aufgearbeitet.

Als wesentlicher Erkennt­nis lässt sich wohl festhalten, dass nicht mehr als zwei Pro­zent der DDR-Bevölkerung offiziell oder inoffiziell für die Stasi tätig war, außer­dem wurde keiner zur Zu­sammenarbeit gezwungen. Es lassen sich in den Akten aber auch viele Beispiele von Zivilcourage finden, bei denen Personen die Zusammenarbeit offen ablehnten.

Nach dem informativen Vortrag gab es noch ausreichend Möglichkeit für die Zu­hörer, Marianne Birthler direkt Fragen zu dem Thema zu stellen.

Weitere Informationen zur BStU und zum Thema Akteneinsicht gibt es übrigens unter http://www.bstu.de./  

Torsten Busch


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