Reserve - Offizier - Gemeinschaft Oldenburg

Presse

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Zeitung / Herausgeber: NWZ
Datum: 16.03.2013

Oldenburg Was haben der Klimawandel und die Arktis mit Sicherheitspolitik und Wirtschaft zu tun? Thorsten Albrecht, wissenschaftlicher Assistent an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und Korvettenkapitän der Marine, referierte am Donnerstag im Offizier- und Unteroffizierheim der Henning-von-Tresckow-Kaserne auf Einladung der Reserve-Offizier-Gemeinschaft Oldenburg zum Thema „Klima und maritime Sicherheitspolitik".


Deutschland sei von sicheren und freien Handelsrouten abhängig. Zum Beispiel wickele der Autokonzern Volkswagen rund 75 Prozent seines Umsatzes über Seewege ab. Allein in Bremerhaven würden jedes Jahr zwei Millionen Autos verschifft.


Der Klimawandel ermöglicht laut Albrecht neue Transportwege durch die Arktis. In den letzten 30 Jahren habe die Menge des Meereises in der Arktis um 40 Prozent abgenommen, bis 2050 würden es weitere 20 Prozent weniger.


Das mache es, zumindest im Spätsommer und Herbst, wenn das Eis sich zurückgezogen hat, möglich, die Nordost- und Nordwestpassage zu durchfahren. Dadurch würde der Weg nach Asien gegenüber der  Suez-Kanal-Route um ein Drittel verkürzt.


Darüber hinaus gebe es in der Arktis große Öl- und Gasvorkommen. Die arktischen Anrainer-Staaten Kanada, Russland, USA, Dänemark und Norwegen machten bereits ihre Interessen deutlich. Besonders Kanada und Russland gingen aggressiv vor. Kanada führe militärische Manöver in der Arktis durch, Russland habe wieder mit regelmäßigen Flügen mit Militärflugzeugen über der Region begonnen. Schlimmstenfalls könne es zu bewaffneten Konflikten kommen.


Aber auch Tourismus spiele eine Rolle.  An einigen Orten kämen schon heute mehr als 20 Kreuzfahrtschiffe pro Tag an. Durch den Rückgang des Eises werde die Branche wahrscheinlich wachsen.


Die klimatischen Veränderungen würden sich auch auf den Nordwesten Deutschlands auswirken. „Die Region hier ist sehr maritim geprägt", sagte Albrecht. Daher dürfte sich die Wirtschaft hier sehr für die klimatischen Entwicklungen interessieren.


Die einzigen formulierten deutschen Interessen seien, dass „Deutschland an der Forschung in der Arktis beteiligt sein möchte", so Albrecht. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Tragweite des Klimawandels sei das aber „zu kurz gegriffen". Man müsse sich auch weitergehend engagieren, um die eigenen Interessen zu unterstreichen.


Möglicherweise gewinne der Nordwesten  durch die Klimaentwicklung an Bedeutung. „Man wird dann die Möglichkeit haben, sich auf verschiedenen Ebenen einzubringen", so Albrecht.


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